Der alte Wasserturm im Schanzenviertel - inzwischen ein HotelDas Schanzenviertel, seit einigen Jahren ein eigenständiger Stadtteil, hat sich im letzten Jahrzehnt zu einem echten „Szeneviertel“ gemausert – nicht unbedingt zum Gefallen der alteingesessenen Bewohnerinnen und Bewohner.

Jenseits der „Party-Meile“ begeben wir uns auf Spurensuche nach dem alten Schanzenviertel mit idyllischen Höfen, alten Fabrikanlagen und einst prächtigen Vergnügungspalästen. Aber wie kam diese Gegend eigentlich zu ihrem Namen? Die kleine Straße „Sternschanze“ entlang der S-Bahnlinie erinnert an die einstige Außenbastion des Hamburger Wallrings. Gehörten die beiden dunklen, trutzigen Türme vielleicht zur Stadtbefestigungen? Die Wahrheit erfahren wir im Sternschanzenpark.

Wohnen, Arbeiten und Vergnügen: im Schanzenviertel findet sich alles in unmittelbarer Nachbarschaft. Einst wurden hier Nobelfüller, Klaviere der Spitzenklasse und Zarenkutschen gefertigt. Heute wird in der ehemaligen Viehhalle prominent gekocht und in einer alten Pianofabrik Kinofilme produziert. Namen wie Mont Blanc oder Steinway gehören genauso zum Schanzenviertel wie Fatih Akim oder Tim Mälzer. Im Wohngebiet zwischen Schanzenstraße und Schulterblatt spielt Willi Bredels Roman „Rosenhofstraße“ und der „Lord von Barmbek“ landete im Postamt Susannenstraße seinen großen Coup.

Schon früher gab es im Schanzenviertel zahlreiche Vergnügungsstätten

Piano-Fabrik am SchulterblattLange bevor sich ein Galao-Lokal an das nächste reihte, gab es zahlreiche Vergnügungsstätten im oder in unmittelbarer Nähe des Schanzenviertels. Das ehemaligen Flora-Theater am Schulterblatt und die Schilleroper an der Lerchenstraße sind markante Beispiele für Aufstieg und Fall der großen Theater- und Varieté-Bauten des 19. Jahrhunderts. Vor Ort beleuchten wir die Geschichte und aktuelle Entwicklung beider Etablissements. Denn während die Schilleroper immer noch leer steht und weiter verfällt, erfährt die Flora seit Jahrzehnten eine vielfältige Nutzung. Deren Existenzberechtigung wird allerdings regelmäßig immer wieder in Frage gestellt.

Schilleroper im Schanzenviertel, 1987 - St Pauli-ArchivDas Schanzenviertel – vor zwanzig Jahren war das Leben hier noch geprägt von günstigen Mieten, Bioläden und türkischen Gemüsegeschäften. Inzwischen sind die Folgen der Gentrifizierung (also der sozialen Umstrukturierung und Verdrängung) allgegenwärtig zu sehen und zu spüren: trendige Geschäfte, gehobene Gastronomie sowie Mieten und Immobilienpreise, die höher liegen als in Blankenese …

Dieser Rundgang entstand in Zusammenarbeit mit dem St. Pauli-Archiv e.V. Von diesen kommt auch das Schwarz-Weiß-Foto, das die alte Schilleroper im Schanzenviertel zeigt. Aufgenommen wurde das Foto 1987.

 

Alles auf einen Blick

Offene Touren

Di., 24.04.2018 – 18:30 Uhr
Di., 18.09.2018 – 16:00 Uhr

Treffpunkt:
U-Bahn Sternschanze Ausgang Sternschanze.

Dauer: 2,5 Stunden

Preis: 17,50 €

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Veranstaltung-Nr.: 2004