Ein gemütlicher Spaziergang über und entlang der Reeperbahn in St. Pauli

Große FreiheitDieser etwa zweistündige Rundgang konzentriert sich auf die Gegend rund um die Reeperbahn im Vergnügungsviertel von St. Pauli. Von den Landungsbrücken kommend, geht es auf unsere »Sündige Meile«, die ihren Namen freilich von Taumachern und Seilern, so genannten Reepschlägern erhielt.

Entlang der Reeperbahn geht es zunächst zum Spielbudenplatz und zu den »Tanzenden Türmen«. Schon 1795 ließen sich hier, vor den Stadttoren Hamburgs, Künstler und Gaukler nieder. Auf dem »Hamburger Berg« war halt vieles erlaubt, was innerhalb der Stadtmauern nicht möglich gewesen wäre. Zum Beispiel der »Trichter«, ein großes Vergnügungslokal, das hier Anfang des 19. Jahrhunderts seine Tore öffnete. Heute steht dort das Operettenhaus und daneben das Panoptikum. Auswärtigen ist der Platz auch durch die Live-Sendungen vom Eurovision Songcontest bekannt. Gleich vis-á-vis liegt das »Erotica Boutique Bizarre«

Unser Kiez, er boomt schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts, als die neuartigen Dampfschiffe mit ihren rauchenden Schloten außerhalb der Stadt an den Landungsbrücken festmachen mussten. So kamen die Matrosen. Neben vielen gemütlichen Kneipen, entstanden Revuetheater und Tanzlokale.

Gemütlich bummeln wir über den Spielbudenplatz. Vom früheren Budenflair, den Esso-Hochhäusern und der gleichnamigen berühmten Tankstelle, ist freilich nichts mehr zu sehen. Der Kiez soll sauber, ja betulich werden, beschlossen Politiker. Doch die Glitzerwelt, sie verfügt zum Glück über viel Beharrungsvermögen. In »St. Lustig« sehen wir dies am Wachsfigurenkabinett des Panopticums, an der Theatermeile, schließlich beim »Docks«, Hamburgs bekanntester und größter Diskothek. Dann geht es zur Davidwache, der wohl bekanntesten Polizeiwache der Welt.

Jetzt sind wir in »St. Liederlich«. Deutlich erkennbar, ja fast spürbar, ist die Grenze zum Rotlicht- und Sperrbezirk, wo die »Mädels« stehen. Wir finden den Weg zur Herbertstraße. Die zeigt uns zwar kein Straßenschild, dafür aber Sichtblenden, die Frauen den Zugang versperren. Denen zeigen wir dafür den »zweitschönsten« Blick über die Stadt, nach dem Michel, bevor wir dann an einem Club mit Seiden-Malerei stehen bleiben.

Dass sich das alte Milieu im Rückzug befindet wird indes am Hans-Albers-Platz deutlich. Amüsantes zu dieser Entwicklung gibt es später noch auf der »Großen Freiheit« und in Höhe des »Eros-Center« zu bestaunen und zu berichten. Die Glitzermeile, sie wandelt ihr Gesicht.

Spannendes aus der Geschichte, lustige Anekdoten, sie begleiten uns auf unserem weiteren Weg zur Kult-Kneipe »Zum Silbersack«, wo sich seit 1949 kaum etwas geändert hat. Kultig ist auch die »Ritze«, eine gemütliche Kneipe, die direkt am Eros-Center liegt. Dort tobten einst die Bandenkriege der »GmbH« und der silbersack»Nutella-Bande« sowie weiterer bekannter Kiez-Größen.

In Richtung des Nobis-Tors kommen wir nun zum Beatles-Platz und zur Großen Freiheit. Dort lag mit dem »Safari«, einer von zwei Clubs in Europa, wo Live-Sex auf der Bühne gezeigt werden durfte. Weitere Stationen sind der »Männerstrich« an der Schmuckstraße und die Talstraße, wo zwischen etlichen Gay-Locations auch die Heilsarmee ihren Sitz hat.

Hinweis:
Führungen auf dem Kiez und über die Reeperbahn gibt es viele. Unser Rundgang ist als ein lockerer, amüsanter Rundgang konzipiert, der interessantes aus Geschichte und Gegenwart kombiniert, der gemütlich und ohne Nepp verläuft.

Begleitet werden Sie von Stadtführern mit Hamburger Flair. Darunter unserem Joachim, der als ehemaliger Hauptkommissar von der Davidwache mit seinem Insider-Wissen brilliert. Oder unseren Stadtführern Rainer und Andreas, die Ihnen zahlreiche Tipps für Ihren weiteren Aufenthalt geben können.

Jeweils etwas angepasst eignet sich diese Tour sowohl für Seminargruppen, wie auch für Schulklassen oder für Touristen. Aber auch Hamburgerinnen und Hamburger kommen auf ihre Kosten, wenn sie sich einen Eindruck vom Wandel auf dem Kiez und an der Reeperbahn verschaffen möchten.

 

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Veranstaltung-Nr.: 2001