Alpinium im Botanischen GartenPlanten un Blomen wird zu recht als „Hamburgs grüne Lunge“ bezeichnet. Diese riesige Grünfläche mitten in der Stadt trägt viel zur Qualität Hamburgs bei. Doch wer weiß schon, dass diese Parkanlage auf historisch bedeutsamen Gelände entstand und dass es ursprünglich drei getrennte Anlagen waren, die erst 1986 zusammengelegt wurden? Ohne die Schönheiten des blühenden Parks außer acht zu lassen, wollen wir auf dieser Führung unser Augenmerk nicht auf die Botanik sondern auf die wechselvolle Geschichte und zahlreichen Veränderungen des Geländes richten – denn:

„Schließlich dürfte kein Fleckchen Erde in Hamburg häufiger umgepflügt worden sein als die citynah gelegene Grünfläche zwischen Neustadt, St. Pauli und Eimsbüttel. Stets schaufelte der erste Spatenstich zur Erneuerung der Grünanlage einem Teil ihrer Vor-Geschichte das Grab“ (Denkmalpfleger Jörg Haspel, 1991

Wir beginnen unseren Spaziergang am alten Botanischen Garten. An dieser Stelle verlief die Stadtbefestigung zwischen Hamburg und der Vorstadt St. Pauli. Nach der Schleifung der Befestigungswälle ab 1820 wurde entlang des Stadtgrabens ein Englischer Landschaftsgarten angelegt. Nördlich der so entstandenen Wallanlagen wurde 1821 der Botanische Garten gegründet. War er ursprünglich nur für wissenschaftliche Zwecke gedacht, wurde „der Botanische“ (wie er bis heute von vielen Hamburgerinnen und Hamburgern liebevoll genannt wird) schon bald zum beliebten Ausflugsziel.

Botanischer Garten um 1897Auf unserem Spaziergang entlang des einstigen Wallgrabens entdecken wir verschlungene Bergpfade im Alpinum und spüren südliches Flair an den Mittelmeerterrassen. Wir entdecken geheimnisvolle Türen im Berg und einen bunten Phönix unter der Straße. Es folgt ein kurzer Abstecher in die von den Gartenbauausstellungen 1963 und 1973 geprägten Wallanlagen zum angrenzenden Untersuchungsgefängnis mit seiner unrühmlichen Geschichte während des Nationalsozialismus.

Die St. Petersburger Straße trennt Planten un Blomen und das Gelände der Hamburg Messe. Die alten Messehallen von 1953 orientierten sich noch am Wegenetz der bis zur Eröffnung des Ohlsdorfer Friedhofs 1877 hier befindlichen Begräbnisplätze. Eingezwängt zwischen Zaun und neuer Messehalle duckt sich die letzte verbliebene Grabkapelle aus dem 18. Jahrhundert. Schräg gegenüber ist der Gedenkstein für die während der Franzosenzeit vertriebenen „unnützen Esser“ durch den dankenswerten Einsatz einer Schulklasse aus seinem Versteck befreit und restauriert worden.

Jetzt befinden wir uns im „eigentlichen“ Park Planen un Blomen. Auf diesem Gelände, einst Massengrab für Pesttote und Kiesgrube, wurde 1863 der Zoologische Garten eröffnet. Dessen Direktor Alfred Brehm verfasste hier die ersten Bände seines „Thierleben“. Der Tiergarten genoss hohes Ansehen, war aber letztendlich der Konkurrenz Hagenbecks nicht gewachsen. Nach seiner Schließung wurde das naturnahe Gelände 1934/35 grundlegend umgegraben und in einer gigantischen Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (teilweise bis zu 2000 Arbeiter) zur „Niederdeutschen Gartenschau“ neu gestaltet: mit gerade Linien, einem rechtwinkligen Wasserbassin und (natürlich) nur einheimischen, norddeutschen Pflanzen. Seitdem hat jede Generation dem Park ihren Stempel aufgedrückt. Auf unserer Runde werden wir sehen, welche Spuren die Gartenbauausstellungen 1953, 1963 und 1973 hinterlassen haben und wie Waschbeton und „120-Grad-Winkel“ aus Planten un Blomen „Platten und Beton“ machte.

 

Alles auf einen Blick

Touren

Mi., 10.05.2017 – 16:00 Uhr
Di., 05.09.2017 – 18:30 Uhr

Treffpunkt: Stephansplatz Ecke Gorch-Fock-Wall zwischen Parkeingang und der Plastik „Die Liegende“.

Dauer: 2,5 Stunden

Preis: 13 €

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Veranstaltung-Nr.: 4003