U-Bahnhof KellinghusenstrasseVon Markt zu Markt – ein Kurztrip durch zwei besonders beliebte Hamburger Stadtteile

Eppendorf und Winterhude – wer kennt diese schönen, zugleich recht vornehmen Hamburger Stadtteile am Mittellauf der Alster eigentlich nicht? Doch wussten Sie, dass beispielsweise Eppendorf eine Geschichte besitzt, die vermutlich bis ins 9. Jahrhundert zurückreicht? 1140 urkundlich das erste mal erwähnt, erhoben hier in späteren Jahren freilich auch die dänischen Könige Herrschaftsansprüche.

Immerhin: Dänische Könige galten in dieser Zeit als relativ tolerant. So aber mag es kein Zufall sein, dass in Eppendorf immer wieder besonders kreative, ja auch recht aufmüpfige, Menschen, wie etwa der Schriftsteller Wolfgang Borchert zu Hause waren. Borchert ist vielen bis heute durch sein Antikriegs-Gedicht „Sagt Nein!“ bekannt. Ein berühmter Eppendorfer ist auch der Transportarbeiter Ernst Thälmann, in der Weimarer Republik Vorsitzender der KPD. Bis heute erinnert in Eppendorf eine Gedenkstätte an sein Wirken. Heute sind in Eppendorf auch viele Künstler zu Hause, wie beispielsweise die Rapper Samy Deluxe und Jan Deley, aber auch Karl Dall.

Richtig ins Boomen kam der Stadtteil aber lange zuvor. Denn nach dem Hamburg 1861 die Torsperre aufhob, konnten sich in diesem schönen Gebiet an der Mündung der Tarpenbek, am Isebek- und am Leinpfadkanal, direkt am Mittellauf der Alster, etliche sehr wohlhabende Hamburger Kaufleute niederlassen. Erst Jahre später entstanden dann die bis heute mit sehr reichhaltigem Stuck und Ornamenten versehenen Geschossbauten. Ein richtiger Kick bekam der heute recht schicke und teure Stadtteil dann 1884 mit der Gründung des damaligen Eppendorfer Krankenhauses. Daraus ist später die Uni-Klinik hervorgegangen, wo heute über 6000 Menschen arbeiten.

Doch die Geschichte Eppendorfs ist vielfältiger, hat viele Facetten und Gesichter. Das Holthusenbad etwa, 1914 errichtet, erinnert auch daran, welche Hygienebedürfnisse seinerzeit für die ebenfalls vorhandene ärmere Bevölkerung Eppendorfs bestanden. Hintergrund: Im Westen von Eppendorf, zwischen dem Lokstedter Weg, der Fricke- und Tarpenbekstraße, entstanden ab den 1870er-Jahren schmucklose Arbeiterquartiere. SPD und KPD waren hier später besonders stark.

Doch heute sind auch diese Gebiete eher bürgerlich dominiert. Dieses gutbürgerliche Flair, am Kellinghusenpark, beim Cafe Lindtner (da sagt ein Blick in die Auslage mehr als Tausend Worte), auf den Flaniermeilen rund um das alte Karstadt-Gebäude kann es bewundert, in seinen Eigenheiten manchmal auch amüsiert betrachtet werden!

Weitere Stationen unseres zweieinhalbstündigen Rundgangs sind der Eppendorfer Markt und das Cafe Borchers Destille. So wie das legendäre „Onkel Pö“ in den 70ern Auftrittsort zahlreicher heute bekannter Künstler. Über die Grenzen Hamburgs hinaus wurde Eppendorf so zu einem bekannten „Szenetreff“. Wir gehen weiter, sehen die Friedenseiche, den Seelemannpark und die Samuel Heinicke Büste (Heinicke war Begründer des Gehörlosenschulwesens), dann die als „Hochzeitskirche“ bekannt gewordene St. Johannis-Kirche und „Alma Hoppes Lustspielhaus“. Beim Cafe Leinpfad und am Winterhuder Fährhaus, letzteres heute eher ein Treffpunkt des gediegenen hanseatisch bürgerlichen Adels, haben wir Eppendorf fast unmerklich schon verlassen. Nun sind wir in Winterhude …

Der Stadtteil ist noch bunter, was vor allem am Marktplatz – einem der größten Ökomärkte Hamburgs – deutlich wird. Dass wir den Stadtteil gewechselt haben, wird nun auch an der Bebauung deutlich, denn im nördlichen Winterhude dominieren jene typischen Hamburger Backsteinbauten der 20iger und 30iger Jahre. Von nichts kommt nichts! In Winterhude wirkte sich die Aufhebung der Torsperre anders aus: Hier siedelten sich seinerzeit vor allem Industrie- und kleinere Handwerksbetriebe an. Dicht besiedelt ist der Stadtteil bis heute, kennzeichnend die engmaschige, kleinräumige Hinterhofbebauung. Die Winterhuder können das gut vertragen, denn zu ihrem Stadtteil gehört der Hamburger Stadtpark

Ganz in der Nähe beim Dorotheeneck endet dann unser eher historisch angelegter Rundgang. Besteht noch Lust, kehren wir dort oder in eine der vielen anderen in Winterhude ansässigen Kneipen oder Restaurants für einen gemütlichen Klönschnack noch ein.

 

Alles auf einen Blick

Offene Touren

Mi., 11.04.2018 – 18:30 Uhr
Fr., 17.08.2018 – 17:00 Uhr

Treffpunkt:
U-Bahnhof Kellinghusenstrasse, Ausgang Goernestrasse.

Dauer: 2,5 Stunden / Preis: 17,50 €

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Veranstaltung-Nr.: 5001